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Geförderte Projekte 2021-I

Juristische Fakultät

eLearning in der Juristischen Methodenlehre (Jun.-Prof. Dr. Jannik Otto)

Die Juristische Methodenlehre hat es schwer bei den Studierenden. In den Anfängervorlesungen hören sie von den Grundlagen, erkennen aber zu selten weder den Nutzen für ihre Prüfungsleistungen noch die Bedeutung für Rechtsverständnis und -entwicklung. Dem möchte die Grundlagenvorlesung Methodenlehre abhelfen.

Die Veranstaltung möchte dabei den Spagat schaffen zwischen fallorientierter Vermittlung des "Handwerkszeugs des Juristen", das unmittelbar auch zur Verbesserung der Prüfungsleistungen eingesetzt werden kann, und der Behandlung grundlegender Fragen der Rechtsanwendung und ihrer Herausforderungen.

Letztere sollen anhand aktueller Fragestellungen besprochen werden. Legal Tech soll ein Beispiel bilden. Kann die Rechtsanwendung einem Algorithmus überlassen werden? Es stellen sich grundlegende Fragen der juristischen Methodenlehre, etwa wie sich Rechtsanwendung vollzieht oder welchen Freiraum dem Rechtsanwender zukommt. Letzteres führt über zum Einfluss von Politik und Ideologie auf die Rechtsanwendung und kann eine aktuelle Debatte zum Umgang mit dem NS-Recht in der Juristenausbildung aufgreifen.

Zur Vermittlung des Grundwissens und zur Einübung praktischer Fähigkeiten in der Falllösung wird die Vorlesung von eLearning-Einheiten auf Ilias begleitet. Damit soll die Veranstaltung eine Lücke schließen. Anleitungsbücher zur Methodenlehre haben – bedingt durch das Medium – den Nachteil, dass sie keine praktische Umsetzung des Gelernten im praktischen Fall ermöglichen. Dies soll sowohl im Unterricht als auch als Einzelübungen auf Ilias ermöglicht werden, die fortlaufend als Selbstkontrolle angeboten und daher auch zur Klausurvorbereitung eingesetzt werden können. Vertiefende Werke schrecken dagegen häufig durch ihren Umfang ab. Ihre Lektüre wird im gedrängten Studienalltag nicht auf sich genommen. Die Vorlesung möchte gleichwohl mit geringerem zeitlichen Aufwand die Studierenden zum Nachdenken über die juristische Methodenlehre anregen.

Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät

In dieser Runde kein Projekt.

Medizinische Fakultät

ViKiE GynS Virtuelle Klinische Entscheidungsfindung in der Gynäkologischen Sprechstunde (PD Dr. med. Ines Beyer / Melissa Neubacher)

Die Gynäkologie und Geburtshilfe lebt von unterschiedlichen Patientinnen, welche wir in unterschiedlichen Lebenssituationen in unserer Klinik betreuen dürfen. Ziel des Projekts ist es, ein webbasiertes, multimediales Lehr- und Übungsmodul zum optimierten Vor-und Nachbereiten auf die Lehrinhalte der Gynäkologie und Geburtshilfe im Studienblock Abdomen, Onkologie und Lebenspahsen, sowie im Praxisblock Lebensphasen, im Sinne des Blended Learning zu erstellen. Durch die Möglichkeit klinisch relevantes Basiswissen mit klinischen Entscheidungen zu verknüpfen, möchten wir Studierende motivieren ihr Wissen zu vertiefen und eine Verknüpfung zur klinischen Anwendung schaffen.

  • Dafür werden klinische Fälle in ILIAS als „virtuelle gynäkologische Sprechstunde“ zur Verfügung gestellt. Anhand derer, die häufigsten gynäkologischen Beschwerden und Krankheitsbilder interaktiv erarbeitet werden. (Vgl. Abbildung 1)
  • Entwicklung und Bereitstellung eines Fragenpools zur Überprüfung des Wissenstandes und eigenem bench marking der Studierenden. Dies kann auch als Vorbereitung auf die Klausur genutzt werden.
  • Bereitstellung eines virtuellen Untersuchungskurses der gynäkologischen Untersuchungsmethoden als Vorbereitung auf den Unterricht am Krankenbett und das Simulationstraining im integrierten Studienblock Lebensphasen.
  • Erarbeitung und Vertiefung der klinischen Entscheidungsfindung (clinical reasoning) mit Entscheidungsbäumen (Branching Szenarien) als Vorbereitung auf den Unterricht am Krankenbett und die Herausforderungen des Praktischen Jahrs.
  • Strukturierte, kompakte Darstellung der Lehrinhalte – Ausbau für z.B. Propädeutik der Frauenheilkunde ist möglich.

In den geplanten Branching Szenarien wird ein besonderer Fokus auf die klinische Entscheidungsfindung gesetzt, hierzu soll den Studierenden ermöglicht werden in einer simulierten Behandlungssituation die Rolle des Arztes/der Ärztin zu übernehmen und eine klinische Entscheidung zu fällen. (Vgl. Abbildung 2) Im Verlauf des Branching Szenarios wird den Studierenden nähergebracht, wie die Anamnese, die individuelle Vorgeschichte, Risikofaktoren und die klinische Untersuchung der Patientin unterschiedliche Krankheitsbilder wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher machen lassen. Es soll sich hierbei um Filmsequenzen und eingearbeitete Untersuchungsbefunde handeln, welche den Studierenden zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Simulation zur Verfügung gestellt werden.

Zunächst sollen zehn häufige und wichtige Behandlungsanlässe der Gynäkologie und Geburtshilfe erarbeitet werden. Es handelt sich bei diesem Lehrformat um eine neu aufgearbeitete Methode, die im Sinne des Blended Learnings im Praxisunterricht vertieft, auf reale Patientinnen angewendet und mit Expertenmeinungen ergänzt werden soll. Der virtuelle Untersuchungskurs wird mittels Ultraschall- bzw. Untersuchungsmodellen im realen Untersuchungskurs bzw. vor Sprechstundenbeginn in den Ambulanzen geübt und kann im Folgeschritt im Sinne einer Lernspirale auch an realen Patientinnen angewendet werden.

 

Philosophische Fakultät

Latex für Studierende sprachwissenschaftlicher Fächer (LSF) (PD Dr. Jens Helfer-Fleischhauer / Prof. Dr. Kilu von Prince)

Das eLearning-Projekt Latex für Studierender sprachwissenschaftlicher Fächer (LSF) hat zum Ziel eine Onlineressource für die Vermittlung des Textsatzsystems Latex zu entwickeln. Der Fokus im Projekt liegt auf die Anwendung von Latex in sprachwissenschaftlichen Fächern. Dabei stehen explizit linguistische Anwendungen (Darstellen glossierter Sprachdaten, Repräsentation verschiedener Schriftsysteme, Erzeugung von Strukturbäumen, usw.) im Vordergrund. Dazu sollen neben der reinen Textdarstellung auch die Verwendung von Latex zur Gestaltung von Präsentationen und Abbildungen vermittelt werden.
Nach einer allgemeinen Einführung in das Textsatzsystem Latex ist der Onlinekurs modular aufgebaut, sodass Studierende den Kurs bedarfsorientiert bearbeiten können. Perspektivisch soll das eLearning-Projekt in eine OER-Ressource überführt werden.

Praxisstories - Mediathek zu sozialwissenschaftlichen Berufsfeldern - Fortsetzung (Dr. Heike Hoppmann)

Integraler Bestandteil des BA Sowi-Studiums ist ein Pflichtpraktikum, ein Berufsfeldkurs und ein Praktikumskurs der der Reflexion dient. Diese Reflexionsleistung wird u.a. von der HRK empfohlen und als sinnvoll angesehen. Die Lernplattform Praxisstories ermöglicht die online Unterstützung der Studien- und Berufsfeldorientierung und Reflexion von Praktikumserfahrungen. Durch die Möglichkeit, die eigenen Praxiserfahrungen medial aufzubereiten, wird eine andere Form der Reflexion ermöglicht. Zugleich werden damit Praxiserfahrungen auch Studierenden in der Such- und Orientierungsphase für Praktika und Berufsfelder zugänglich gemacht. Die Lernplattform Praxisstories ist allen Studierenden des Instituts für Sozialwissenschaften zugänglich – vom ersten bis zum letzten Semester.

Das Projekt verfolgt damit zwei Ziele:

1. Die vorhandenen Praktikumserfahrungen und Kompetenzen gebündelt und in multimedialer Form Interessierten zur Verfügung zu stellen.

2. Die Reflektion innerhalb des Pflichtseminars zu den gemachte Praxiserfahrungen zu erweitern und Spielraum für neue mediale Kompetenzentwicklung zu geben.

Ziel des Folgeantrags ist es, die studentische Initiative weiter zu fördern. Die Studierenden mit Praxiserfahrungen sollen darin motiviert und unterstützt werden, Inhalte für ihre Kommilitonen aufzubereiten. Die Studierenden ohne praktische Erfahrungen sollen gleich zu Beginn ihres Studiums motiviert werden, sich intensiv mit den möglichen Berufsfeldern für SozialwissenschaftlerInnen auseinanderzusetzen und den Anreiz haben, stetig in den Materialien zu stöbern und zum Schluss einen eigenen Bericht zu erstellen. Dies würde zur Verstetigung des Lernraums beitragen. Im Folgeantrag wird darüber hinaus noch die Intensivierung von peer-teaching angestrebt. Auch soll es eine Erweiterung innerhalb der Alumni Porträts in Hinblick durch Mikro-Mentoring geben. Weitere Ziele sind die Sichtbarmachung von Praktika im internationalen Bereich und ArbeitgerInnen-Porträts.

Hebräische Rabbinische Literatur verstehen 2.0 (Dr. Farina Marx)

Die rabbinische Literatur umfasst im weitesten Sinne alle religiösen Schriften jüdischer Gelehrter, vom Beginn des rabbinischen Judentums bis in die heutige Zeit, also seit mehr als 1800 Jahren. Viele der bis heute wichtigen religiösen Kommentare zum Gesetz und dem Ritus des Judentums, entstanden im Mittelalter. Diese rabbinische Literatur folgt einer eigenen äußerst komplexen Struktur, die genau definierten Regeln unterliegt. Zudem sind Schriften in sich verschachtelt und folgen keinem linearen Erklärungsmuster. Für Studierende der Jüdischen Studien ist es von grundlegender Bedeutung dieses Textverständnis zu erlangen, zum einen um selbst Übersetzungen zu produzieren, die diese Struktur berücksichtigen und zum anderen um auch weitere jüdisch-kulturelle und religiöse Argumentationswege begreifen zu können. Ein umfassendes Verständnis der jüdischen Kultur und Religion bis in die heutige Zeit setzt voraus, dass man die Funktionsweise der rabbinischen Literatur verstanden hat.

Dieses Projekt ermöglicht eine bisher rein manuell „mit Stift und Papier“ durchzuführende Textarbeit zu digitalisieren und damit sowohl interaktiv in Präsenz und online, als auch im Selbststudium zu arbeiten.

Für diesen Projektrahmen werden dazu 10 Texte aus der mittelalterlichen rabbinischen Literatur ausgewählt und aufbereitet. Sie werden farblich strukturiert und erklärend mit einem Audiokommentar versehen. Diese Farbstruktur dient der Erklärung der verschiedenen Textelemente, ein System was bereits manuell verwendet wird. Die Struktur kann „ein“ und „ausgeschaltet“ werden. Der Audiokommentar dient den Studierenden im Selbststudium zur weiteren Erklärung und Überprüfung ihres Wissens. Weiterhin werden Links an die Texte gesetzt, um verschiedene traditionelle und moderne Übersetzungen des Textes vergleichen zu können.

Eine vorhandene Lernoberfläche (ILIAS) dient dabei als Träger dieses Tools, sodass es von überall und auf jeder Hardware abrufbar ist. Aufbauend auf diese erste Arbeit, kann die Plattform in der Zukunft nicht nur gepflegt werden, sondern mit Folgeprojekten auch stark erweitert werden.

Tutorial "Globalgeschichte" (PD Dr. Stefanie Michels /Tristan Oestermann)

Das e-Learning-Projekt „Tutorial Globalgeschichte“ produziert nachhaltiges digitales Lernmaterial für den neu an der HHU aufgesetzten Arbeitsbereich "Globalgeschichte", das in der digitalen Lehre, im Selbststudium und in der Unterstützung von Präsenzlehre einsetzbar ist.

In mehreren Lektionen vermittelt das Tutorial die methodischen Grundlagen und Herausforderungen des dynamischen Forschungsfelds der Globalgeschichte. Anhand von Beispielen wie etwa der globalen Geschichte der Fotografie, der deutschen Kolonialgeschichte, der Geschichte des Rassismus oder der globalen Geschichte der Baumwollherstellung und -verarbeitung erlernen und vertiefen die Studierenden geschichtswissenschaftliche Kompetenzen wie Quellenkritik und verbinden sie mit einer globalgeschichtlichen Perspektive. Dies versetzt sie in die Lage, eurozentristische Geschichtsdeutungen zu erkennen, zu hinterfragen und erste eigene, globalgeschichtliche Interpretationen zu entwickeln. Damit füllt das Tutorial eine Lücke in der didaktischen Vermittlung der Grundlagen der Globalgeschichte.

Das Tutorial vermittelt Lerninhalte in abwechslungsreichen Formaten: Kurze Texte und Videos führen in die allgemeine Problematik ein. Eingebettete wissenschaftliche Texte und digitalisiertes historisches Quellenmaterial leiten zur selbständigen Vertiefung an. Gruppenarbeiten, Präsentations- und Kommentierungsaufgaben sowie Chats ermöglichen eine Auseinandersetzung mit den Lerninhalten in der Gruppe. Formen der Selbstüberprüfung wie z.B. ein Quiz ermöglichen es, den Lernfortschritt zu testen.

Die Inhalte werden für das Tutorial neu aus der aktuellen Forschung zusammengestellt. Sie orientieren sich an den klassischen Texten der Globalgeschichtsschreibung, gehen aber auch darüber hinaus, indem sie neueste Forschungsergebnisse miteinbeziehen. Alle Lektionen enthalten einen auf ILIAS hinterlegten Reader. Auf diese Weise können die Studierenden die Inhalte der Texte und Videos nachprüfen.

Das Tutorial kann über viele Jahre in der Lehre eingesetzt werden: einerseits um die digitale Lehre abzusichern und zu begleiten, andererseits unterstützend in der Präsenzlehre für die Vor- und Nachbereitung von Sitzungen. Ebenso kann es Studierenden helfen, im Selbststudium Inhalte zu vertiefen, sich neue Wissensbereiche zu erschließen, sowie dazu, sich auf Prüfungen vorzubereiten. Die Anlage in einzelnen, modularen Lektionen ermöglicht es, das Tutorial von Zeit zu Zeit inhaltlich anzupassen.

Story Telling: Plautilla Celebris (Dr. Gina Möller / Dr. Anna Magnago Lampugnani)

Plautilla Bricci war eine der ersten Architektinnen im barocken Rom. Im eLearning Projekt Story Telling: Plautilla Celebris soll ein für StudienanfängerInnen der Kunstgeschichte verpflichtendes Seminar, in dem die Grundlagen der Bildkünste und Architektur der Frühen Neuzeit vermittelt werden, durch die virtuelle Figur der Plautilla bereichert werden. Inhaltlich soll damit die Dringlichkeit eines Blickwechsels hin zu einer Kunstgeschichte markiert werden, die auch Frauen, denen weiterhin eine marginale Rolle im geläufigen Narrativ zukommt, berücksichtigt.

Virtuell wird Plautilla die Studierende durch die Geschichte der Künste begleiten: Stärker als bisher soll auf das Medium des Lernvideos gesetzt werden und die bereits erarbeiteten Bestandteile des in jedem Sommersemester angebotenen Kurses (Videos, E-Learning-Kurse, Übungen) inhaltlich geschärfen und miteinander verknüpft werden. Zusätzliche Videos sollen es ermöglichen, die Seminarinhalte mit den E-Learning-Modulen zu verzahnen. Indem auf diese Weise die Erfassung und erste Wiederholung von erlernten Inhalten in Selbststudium-Phasen verlagert werden, kann die erfahrungsgemäß für Studierende schwierigere und herausfordernde Anwendung von Wissen im gemeinsamen Diskussionsraum stattfinden.

Aufbereitung des Kurses "Computational Semantics" für die eLearning-Plattform "Prolog" (Prof. Wiebke Petersen)

Das Ziel des Projektes ist es, die Lehrveranstaltung "Computational Semantics" mit individualisierten Übungselementen anzureichern und sie auf die Lernform „Blended Learning“ umzustellen. Im Kurs werden die Grundlagen der computationellen Semantik anhand der Entwicklung eines interaktiven Dialogsystems vermittelt, das in der logischen Programmiersprache Prolog implementiert wird. Hierbei werden theoretische und praktische Inhalte nahtlos miteinander verknüpft. Um die theoretischen Grundlagen und deren Implementierung interaktiv und digital für die Teilnehmenden erlebbar zu machen, entwickeln wir eine interaktive Experimentierumgebung, in welcher sie die Inhalte der Module bearbeiten und ihr Verständnis prüfen können. Angeleitet durch Aufgaben experimentieren die Teilnehmenden mit dem Programmcode und erarbeiten sich dadurch dessen Struktur. So soll sich der Lerneffekt durch das parallele Lesen des Lehrbuches und die Nutzung der interaktiven Experimentierumgebung potenzieren. Um einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten, setzen wir klassische eLearning-Techniken wie Erklärvideos, spielerische Quiz und Tests zur Vor- und Nachbereitung der Sitzungen ein. Diese Zusatzinhalte werden sich insbesondere auf anspruchsvolle Teilaspekte der Programme und grundlegende Konzepte beziehen. Durch diese Kombination möchten wir, kurz- und auch langfristig, den Lernerfolg erhöhen und nachhaltig festigen. Wir sehen den multidimensionalen Einsatz von eLearning Elementen als Schlüssel zum Erfolg.

eLearning im Basismodul Sprachwissenschaft: Digitale Materialien für Grundwissenserwerb und Vertiefung (Niklas Wiskandt)

Das Basismodul Sprachwissenschaft legt im ersten Semester mit einer sprachübergreifenden Vorlesung und einem sprachspezifischen Seminar die fachliche Grundlage für die sprachwissenschaftliche Ausbildung der Studierenden der Romanistik. Die dort erworbenen Kenntnisse sind für den Erfolg in den Aufbauveranstaltungen des Studiums essenziell. Daher wird für das Basismodul nun ein umfangreiches Paket von digitalen Lehrmaterialien erstellt. Es verfolgt das Ziel, Wissenserwerb und Wiederholung zu flexibilisieren, während gleichzeitig der Mehrwert der Kontaktzeit erhöht wird.

Zu jedem Lernabschnitt der zentralen Vorlesung werden jeweils ein Video und ein Lernmodul zur Vorbereitung der Sitzung erstellt. Für die Nachbereitung stehen jeweils ein weiteres, wiederholendes Lernmodul sowie interaktive Übungen bereit. Über die veranstaltungsbegleitenden Materialien hinaus werden fakultative digitale Übungsangebote bereitgestellt, deren Fokus auf der Prüfungsvorbereitung liegt. Ein Glossar, das das gesamte Modul abdeckt, rundet das Angebot ab. Die Materialien werden in einem ILIAS-Lernraum organisiert.

Die Gestaltung der Maßnahmen orientiert sich maßgeblich an Bedürfnissen der Studierenden. Um den Studierenden größtmögliche Flexibilität zu bieten, werden die erstellten Lernmodule nicht nur am PC nutzbar sein, sondern sollen auch für die Nutzung auf Tablets und Smartphones optimiert werden. So lassen sich auch vermeintlich tote Zeiten im ÖPNV beim Pendeln sinnvoll nutzen. Die Lernvideos werden so gestaltet, dass sie zur lebendigen Einführung in ein Thema ein eingängiges Zusammenspiel von Ton und Bild bieten, gleichzeitig jedoch später, zur Wiederholung oder Prüfungsvorbereitung, auch ohne Bild als reines Audio-Format sinnvoll konsumiert werden können. Mit einem solchen Format lassen sich Hausputz oder Sport hervorragend mit der Prüfungsvorbereitung verbinden!
 

Das Durchbrechen der Vierten Wand, oder auch: Im Gespräch mit Expert:innen - Multimediales Lehrangebot für die Sozialwissenschaften (Constantin Wurthmann)

Ähnlich wie im Theater, bei dem sich die Zuschauer:innen mit einer vierten Wand konfrontiert sehen, die das Publikum nicht sieht, die Darsteller:innen aber schon, verhält es sich auch oft in der politik- und sozialwissenschaftichen Lehre. Die Studierenden erhalten eine umfangreiche, theoretisch und empirisch fundierte Ausbildung, können aber selten mit den tatsächlichen Akteur:innen in Austausch treten, die sie untersuchen. Diese Wand soll im Projektseminar „Campaigning und Wahlkämpfe“ in mehrfacher Hinsicht durchbrochen werden. Die Studierenden entwickeln hier im Semesterverlauf eigene Wahlkampagnen für die aufziehende Bundestagswahl 2021 (Kurs 1) oder Landtagswahl 2022 (Kurs 2). Unterstützt werden soll ihr Lernerfolg durch einen Podcast, welcher seminarbegleitend Themen aufgreift, die dafür von zentraler Bedeutung sind. Der Projektantragssteller kommt dafür in regelmäßigen Austausch mit Spitzenpolitiker:innen, Wissenschaftler:innen, die zu Wahlkämpfen forschen sowie mit Personen, die sich beruflich als Kampagnenberater:innen betätigen. So können dann die in der Lehrveranstaltung vermittelten Inhalte nicht nur einem Realitätscheck unterzogen, sondern gleichermaßen um viel persönlichere Einblicke ergänzt werden.

Um die Studierenden in ihrem Lernerfolg zu unterstützen, sollen zusätzliche Lernvideos entwickelt werden. Diese beschäftigen sich mit den Grundlagenmodellen der Wahlforschung, der Strukturierung eines hier intendierten wissenschaftlichen Projekts sowie den Grundlagen deskriptiver Statistik mit der Programmiersprache R.

Der Lernerfolg der Studierenden wird zwar schon grundsätzlich über die erfolgreiche Projektumsetzung gewährleistet, nichtsdestotrotz sollen weitere digitale Formate den Wissensstand der Studierenden – auf freiwilliger Basis – unterstützen. Durch ihr eigenes Kompetenzerlebnis sowie den Austausch mit der Praxis soll die Intention des Projekts gelingen: die vierte Wand zu durchbrechen und den Austausch zu beginnen.

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

eLearning Angebot zum wissenschaftlichen Arbeiten in der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre (Prof. Dr. Guido Förster / Kristina Mendling)

Ziel des eLearning Angebots zum wissenschaftlichen Arbeiten in der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist die Schaffung eines umfassenden Lehr-/Lernkonzepts zur schrittweisen Heranführung der Studierenden an die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, angereichert um die fachspezifischen Besonderheiten der formal-analytischen Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. Seit 2016 werden Studierende nicht mehr auf das Grundlagenwissen zum wissenschaftlichen Arbeiten vorbereitet. Gleichzeitig fällt es ihnen schwerer, sich die Spezifika des wissenschaftlichen Arbeitens der normativen Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre anzueignen, die auch auf juristische Methoden zurückgreift.

Nach Anmeldung ihrer ersten Projektarbeit sollen die Studierenden das eLearning verpflichtend absolvieren. Ablauf und Struktur ähneln einem Inverted Classroom Modell. Das Wissen soll durch Screencasts transportiert werden, die in dem passenden Abschnitt des ILIAS-Lernmoduls eingebettet werden. Anschließend sollen in den Lernmodulen kleinere Aufgaben zur Vertiefung und Selbstüberprüfung der in den Videos vermittelten Inhalte bereitgestellt werden. Dies ermöglicht ein zeit- und ortsunabhängiges Lernen im individuellen Lerntempo der Studierenden und steigert die Flexibilität des Lernprozesses. Auch sind die Videos dauerhaft in der HHU-Mediathek verfügbar.

Im Anschluss an die Selbstlernphase wird eine Präsenzveranstaltung (aktuell via WebEx) abgehalten, in der interaktiv das erarbeitete Wissen wiederholt, vertieft und anhand konkreter Anwendungsfälle verfestigt wird. Nach erfolgreichem Abschluss eines Tests in ILIAS beginnen die Studierenden mit der Bearbeitung ihrer Projektarbeit.

Die Materialien sollen im ILIAS eLearning Bereich des Lehrstuhls für alle Studierenden dauerhaft zugänglich gemacht werden. Ergänzt werden diese durch einen Zeitstrahl zum prozessualen Ablauf, ein FAQ und eine aktuelle Übersicht über online verfügbare Literaturquellen. Dies steigert die Lernorganisation der Studierenden und ermöglicht die bedarfsgerechte Wiederholung der Inhalte.

Einsatz von Lernvideos und innovativen Lehrmittel mit besonderem Fokus auf die Vermittlung von Kenntnissen aus dem Bereich der empirischen Marketingforschung (Prof. Dr. Peter Kenning / Janis Witte / Nils Mettenberger)

Der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing beabsichtigt im Rahmen des vom eLearning Förderfonds finanzierten Projekts, Studierenden Lernvideos zu Themen der empirischen Marketingforschung anzubieten.

Die Lernvideos werden in das Lehrkonzept der Schlüsselqualifikationsmodule BQ06/07 sowie MQ05 „Projektarbeit - Empirische Marketingforschung“ integriert und sowohl Bachelor- als auch Masterstudierenden zur Verfügung gestellt.

Die Videos greifen dabei die in den Vorlesungen behandelten Thematiken auf, sodass die Studierenden die Inhalte ergänzend zur Vorlesung in ihrer eigenen Lerngeschwindigkeit angemessen vertiefen können. Dabei sollen neben wissenschaftstheoretischen Grundlagen insbesondere die Methodik der empirischen Marketingforschung erläutert werden. Darüber hinaus bieten die Videos den Studierenden die Möglichkeit, Grundkenntnisse im Umgang mit den anzuwendenden Statistikprogrammen SPSS und Amos zu erwerben.

Von Vorteil ist, dass ergänzende Darstellungsmöglichkeiten genutzt werden. Gerade in Zeiten der digitalen Lehre erscheinen ergänzende Lernvideos äußerst sinnvoll. Dort, wo der persönliche Austausch zwischen Studierenden und Dozierenden nicht möglich ist, tragen die Lernvideos dazu bei, ergänzende Erklärungsansätze zu vermitteln. Insbesondere im Rahmen des Mastermoduls MQ05 ermöglicht die Bereitstellung der zusätzlichen Lernvideos zudem auch eine Angleichung des Wissensstands der Studierenden, welche ihr Bachelorstudium an unterschiedlichen Universitäten und Hochschulen absolviert haben.

Durch die thematische Ausrichtung der Lernvideos ermöglichen diese den Studierenden außerdem eine zielorientierte Vorbereitung zur Erstellung einer empirisch-quantitativen Abschlussarbeit. Somit zielt das Angebot der Lernvideos nicht nur auf die Teilnehmer/-innen der dargelegten Module ab, sondern stellt auch eine Bereicherung für all jene Studierenden dar, welche beabsichtigen eine Abschlussarbeit am Lehrstuhl für BWL, insb. Marketing zu verfassen. 

Zusammenfassend ermöglicht die Förderung – trotz einer hohen Studierendenanzahl – auf die individuellen Bedürfnisse der Studierenden einzugehen und damit einen nachhaltigen Lernerfolg zu erzielen.

Publikumsforschung von A bis Z im Inverted Classroom – Fokus: Digitale Softwarenutzung (Dr. Julia Römhild)

Studierende im Grundlagenbereich des Masterstudiengangs Kunstvermittlung und Kulturmanagement sollen im "Betriebswirtschaftlichen Praxisseminar: Publikumsforschung“ theoretisch wie praktisch den gesamten Prozess eines Publikumsforschungsvorhabens durchlaufen – von der Problemstellung über die Fragebogenerstellung bis hin zur Auswertung. Der Fokus des geförderten eLearning-Projekts soll dabei auf dem systematischen Umgang mit geeigneten Softwareprogrammen liegen. Im Sinne eines Inverted Classroom-Konzepts sollen speziell konzipierte und erstellte Video-Tutorials zu den Software-Lösungen Unipark und SPSS die Studierenden hinsichtlich eines grundlegenden Umgangs mit diesen Programmen vorbereiten.

Die Tutorials sollen in fünf- bis zehnminütigen Sequenzen erklären wie man mithilfe von SPSS Datensätze importiert, bearbeitet und auswertet. In Bezug auf Unipark können Tutorials für eine elektronische Fragebogenkonzeption erstellt werden. Die Besonderheit der Tutorials liegt darin, dass die Videos extra für einen speziell ausgewählten und in der Veranstaltung verwendeten Übungsdatensatz erstellt werden, sodass sie inhaltlich konsistent, stringent und verwirrungsfrei sind. Zudem sind die Tutorials genau auf die Arbeitssituation der Studierenden zugeschnitten: Da Studierenden oftmals nur ein Bildschirm zur Verfügung steht, soll die Benutzerführung auch rein akustisch funktionieren, aber im Bedarfsfall das Videobild als visuelle Unterstützung beim Erlernen der Software hinzugezogen werden können.

Die Videos sollen über die HHU-Mediathek bereitgestellt und über ILIAS verlinkt werden. Aufgelockert wird dies zusätzlich durch kleine Quizze auf ILIAS, die einer Selbstüberprüfung der erlernten inhaltlich-theoretischen Grundlagen bezüglich der Fragebogenerstellung und der qualitativen und quantitativen Publikumsforschung dienen und gleichzeitig Lernerfolgskontrollen darstellen. Die Wiederholbarkeit ist dabei individuell unabhängig und unlimitiert, genauso wie die der Video-Tutorials.

Verantwortlichkeit: