Sturm und Stromkreis – Recodierung literarischer Gattungsgeschichte
Leitung: Fabian Wilhelmi M.A.
Im Projekt „Sturm und Stromkreis“ wird das Potential literarischen Schreibens in Zusammenarbeit v. menschlicher Kreativität u. künstlicher Intelligenz erkundet. Dabei erstellen Studierenden in Kooperation mit generativer KI eigene literarische Texte. Diese Texte sollen als typisch erachtete Merkmale bestimmter Gattungen u. Literaturepochen aufweisen. So erarbeiten die Studierenden nicht nur Inhalte zur Literatur- u. Gattungsgeschichte, sondern stärken zugleich ihre KI-Kompetenz. Die literarischen Texte, die so in Zusammenarbeit zwischen Mensch u. Maschine entstehen sowie deren Entstehungsprozess werden nach Zustimmung der Studierenden auf der Homepage des Projekts (https://sturm-und-stromkreis.hhu-blog.de/) als OER publiziert bzw. dokumentiert, u. können so als Lehr- oder Forschungsmaterial weiter genutzt werden.
Das Projekt ist im Rahmen der Entwicklung eines didaktischen Konzepts für ein Einführungsseminar zur Gattungsgeschichte im Bachelor-Studium der Germanistik an der HHU Düsseldorf entstanden. Studierende lernen hier als typisch erachtete Merkmale bestimmter Gattungen zu bestimmen u. Texte literaturhistorisch einzuordnen. Das Seminar richtet sich an Studierende des ersten Semesters u. findet jährlich im Wintersemester statt.
Gemäß dem didaktischen Konzept des Seminars wenden die Studierenden darüber hinaus die erworbenen Kenntnisse bei der Erstellung eigener literarischer Texte (unter Rückgriff auf KI-Tools) an. Außerdem prüfen sie im Anschluss, ob die entstandenen Werke tatsächlich die als typisch erachteten Merkmale aufweisen u. reflektieren über Chancen und Risiken in der (literatur)wissenschaftlichen Arbeit mit KI. Das so entstandene Material können die Studierenden als Aufgabe zum Erlangen des Beteiligungsnachweises einreichen.
Im Projekt werden Möglichkeiten erprobt, inwiefern auf Large Language Models (LLMs) beruhenden Chatbots für die Vermittlung v. Literatur- u. Gattungsgeschichte sowie die (Re-)Produktion v. gattungs- u. epochentypischen Texten in der universitären Lehre eingesetzt werden können.
Neben der Erarbeitung v. literaturgeschichtlichem u. gattungspoetologischem Wissen geht es im Projekt außerdem darum, die Fähigkeiten der Studierenden im Umgang mit KI-Tools im Sinne der „Leitlinien zur Verwendung generativer Künstlicher Intelligenz in der Lehre an der HHU Düsseldorf vom 25.04.2024“ zu schulen. So soll die KI-Kompetenz der Studierenden als eine der zukünftigen Schlüsselqualifikationen gefördert werden.
Alle Texte werden mit offener Lizenz publiziert u. können so als OER-Material genutzt werden. Auch die Webseite des Projekts, HTML-Codes u. Java-Skripte werden als Open-Source-Material konzipiert. Dies geschieht auch mit dem Ziel, das Projekt so zu gestalten, dass es personenunabhängig in Zukunft langfristig fortgeführt werden kann u. so im besten Fall über einen möglichst langen Zeitraum eine große Datenbank von literarischen Texten entsteht, die als Grundlage für Lehre und Forschung dienen kann.